• Martin H. Lorenz

Tomaten



Tomaten gibt es in der farbenprächtigsten Vielfalt tausender Sorten. Dem wäre nicht so, wenn sie nicht einen Siegeszug um die Welt angetreten hätten, der in der Gemüse-Welt seinesgleichen sucht. Doch der Erfolg war zunächst alles andere als wahrscheinlich, denn als die spanischen Eroberer sie aus der Neuen Welt nach Europa brachten, hielt man sie lange Zeit für giftig. Und trotzdem bahnte sich die schöne Beerenfrucht ihren Weg in die botanischen Gärten der Reichen und Mächtigen. Die Europäer nannten sie „Pomodoro“ (Goldapfel), Paradies- oder Liebesapfel und sagten ihr aphrodisierende Kräfte nach – ja sogar, dass sie „Liebestollheit“ bewirke.

Tomaten enthalten die Vitamine A, C und E, B-Vitamine, den roten Farbstoff Lycopin und große Mengen Kalium. Der Gehalt an Antioxidantien ist in Bio-Tomaten übrigens fast doppelt so hoch wie in den konventionell angebauten.

Es handelt sich um ein Nachtschattengewächs, das hierzulande seine Haupterntezeit von Juli bis September hat. In dieser Zeit sind sie auch am intensivsten. Die Vielfalt an Sorten ist ebenso groß wie die geschmacklichen Unterschiede. Im Sommer gibt es keinen besseren, erfrischenderen Snack für zwischendurch als die Tomate.

Zuletzt werden wieder verstärkt alte Kultursorten angebaut. Der alte Witz über die 4 Aggregatzustände von Wasser (flüssig, gefroren, gasförmig und die holländische Tomate) ist zunehmend nicht mehr zutreffend, weil auch Gewächshaussorten immer besser und aromatischer werden. Auch Dosentomaten haben meist eine hohe Qualität, weil sie erntefrisch und schonend im Pasteurverfahren verarbeitet werden und dabei praktisch alle Inhaltsstoffe konservieren.

Die Einsatzmöglichkeiten für Tomaten scheinen fast unbegrenzt. Roh, als Salat, gefüllt, als Saucenbasis, Salsa, Ketchup und und und… Nicht nur deshalb ist sie das beliebteste Gemüse in Deutschland – statistisch isst jeder hierzulande 25 kg pro Jahr, mehr sogar als Kartoffeln. 160 Millionen Tonnen – 160.000.000.000 kg (!) – werden weltweit jährlich angebaut.

Tomaten sollte man nie im Kühlschrank aufbewahren. Geschmack und Konsistenz leiden, und die Haltbarkeit wird dadurch nicht verlängert.

Hier findet sich ein schönes Rezept mit Tomaten.

Einführungsabschnitt mit leichter Anpassung übernommen aus „Tomate“,Collection Rolf Heyne 2013