8 Jahre altes Herefordrind, roh mariniert, Röstgemüse-Creme, kalte Rinder-Paprika-Dashi, Bärlauch
- Tobias Bätz

- vor 22 Stunden
- 11 Min. Lesezeit
das gesamte Rezept ist in der Menge auf den Gastronomiebetrieb ausgerichtet
Hauptgang
Juli 2026

Koch: Tobias Bätz, 2-Sternekoch, Restaurant „AURA by Alexander Herrmann & Tobias Bätz“ im „Posthotel Alexander Herrmann“, Wirsberg (Oberfranken), Deutschland
Tobias Bätz, 1983 in Kronach geboren, wurde gewissermaßen auf dem Weg nach New York von Alexander Herrmann überzeugt, mit ihm gemeinsam neue kulinarische Welten zu kreieren. Zuvor lernte der Sohn eines erfolgreichen fränkischen Gastro-Ehepaars im selben Betrieb wie sein Vorbild, späterer Chef und noch späterer Geschäftspartner – im Nürnberger „Gasthaus Rottner“, wo der ehrgeizige Tobias den bis dato besten Azubi aller Zeiten unbedingt übertrumpfen wollte. Das gelang ihm zumindest so gut, dass ebenjener legendäre Lehrling ihn bereits unmittelbar nach der Ausbildung zu sich nach Wirsberg holte. Weil aber nach einem Dreivierteljahr zunächst der elterliche Betrieb in Neustadt bei Coburg und kurz darauf dann die große, weite Gourmet-Welt auf ihn wartete, setzte er seine Laufbahn auf Mallorca fort. Dort, in Puerto Portals, avancierte er im legendären Zwei-Sterne-Restaurant „Tristan“ von Gerhard Schwaiger mit gerade einmal 21 Jahren zum stellvertretenden Küchenchef. 2008 waren dann die Koffer für eine Anstellung beim amerikanischen Drei-Sterner Thomas Keller bereits gepackt, als ihn abermals Alexander Herrmann nach Oberfranken lockte, diesmal mit der Position als erster Küchenchef, wofür er ihn eigens vom Münchner Flughafen abholte. Eine rasante Autofahrt, ein gemeinsames Abendessen im Posthotel und ein tiefsinniges Gespräch über Gott und die Welt später war er überzeugt, endlich am richtigen Ort zu sein. Seit Anfang 2009 prägt er die kulinarische Handschrift der Posthotel-Küche ebenso wie Herrmann selbst, was sich in der kontinuierlichen Behauptung erst eines und knapp zehn Jahre später mit dem zweiten Michelin-Stern für die beiden kulinarischen Vordenker und ihre eingeschworene Truppe ausdrückte. Trotz seiner Vision für die kreative und eben #grenzenloseHEIMAT beginnt er seinen langen Arbeitstag gerne mit einem ofenwarmen Leberkäsebrötchen.
Tobias Bätz ist ein echter Genusshandwerker, ein Michelin-Sternekoch, der mit deutscher Landküche begeistert. Gemeinsam mit seinem Team und Patron Alexander Herrmann weiß der Küchenchef des AURA wie man moderne, innovative Küche mit heimischen Traditionen verbindet und damit Gäste überrascht und begeistert. Nicht umsonst leuchten seit 2019 zwei der heißbegehrten Michelin-Sterne über dem Restaurant in Wirsberg. Seine Produktphilosophie: konsequent regional. Gemeinsam mit seinem Foodscout hat er ein Netzwerk aus rund 60 Partnern und Landwirten der Region aufgebaut, um von Anfang an Einfluss auf die Qualität der verwendeten Lebensmittel nehmen zu können. Der gemeinsame Nenner: Qualität, Nachhaltigkeit und Heimatgedanke. Vermeintlich exotische Zutaten aus regionalem Anbau eröffnen fast grenzenlose kulinarische Möglichkeiten.
Ein kleiner Hinweis zu seinem Gericht: Safran ist das teuerste Gewürz der Welt, 91% davon werden im Iran angebaut. Der Safran, den Tobias verwendet, kommt jedoch aus der unterfränkischen Kleinstadt Ochsenfurt bei Würzburg. Auf dem Ströhlershof baut Katharina Apfelbacher seit 2018 die spezielle Krokus-Art an, aus deren Blüten-stempeln der fränkische Safran gewonnen wird. Alles ist reine Handarbeit. Für 1 kg Safran werden mehr als 250.000 Blütenstempel benötigt.
Neben Tobias Bätz ein großes Dankeschön an seine Kreativdirektorin und Assistentin Rebecca Pfiffer, die die Veröffentlichung dieses Rezeptes durch ihren ganz persönlichen Einsatz möglich gemacht hat.

Zutaten:
Rinderschmorsud (Gastro-Grundrezept)
5 kg Rindfleisch (Parüren und Abschnitte)
1 kg Zwiebeln, grob geschnitten
1 kg Knollensellerie, grob geschnitten
1 kg Karotten, grob geschnitten
500 g Staudensellerie, grob geschnitten
50 ml Sonnenblumenöl
100 g Tomatenmark
1,5 Ltr. trockener Rotwein
500 roter Portwein
5 Lorbeerblätter
1 EL schwarze Pfefferkörner
1 EL Pimentkörner
½ EL Koriandersaat
20 Ltr. Alte-Kuh-Dashi
1 Bund Blattpetersilie
½ Bund Estragon
½ Bund Liebstöckel
¼ Bund Thymian
Rinderschmorgel
1 kg Rinderschmorsud
12 g Agar-Agar
Rindermarinade
350 g kaltes Rinderschmorgel
100 g Urgetreide Sojasauce (z.B. Papa Mame – Blend 5)
Rinder-Grundbeize
1,2 kg Wasser
400 g Salz
„Alte Kuh“-Rücken
200 g Roastbeef des 8 Jahre alten Herefordrinds, 8 Wochen gereift
50 ml Rinder-Grundbeize
50 ml Rindermarinade rosa Steinsalzflocken (Altes Gewürzamt)
Confiertes Knoblauchöl
250 g Knoblauchzehen, geschält
500 ml Sonnenblumenöl
10 g Meersalz
Geräucherte Paprikacreme
Schritt 1:
1,8 kg rote Paprikaschoten
1,1 kg Schalotten
100 g Sonnenblumenöl
Schritt 2:
Weidenholz
Heu
1 kg Paprika-Schalotten (aus Schritt 1)
400 g Wasser
Abrieb von 1 Bio-Zitrone
20 g Zitronensaft
5 g confiertes Knoblauchöl
Paprika-Gewürzcreme
900 g geräucherte Paprikacreme
1 g gemahlener Koriander
5 g Panch Phoron, gemahlen (Altes Gewürzamt oder Grundrezept)
1 g Schabzigerklee
15 g Meersalz
15 g Wasser
Xanthan-Gel
8 g Xanthan
1 Ltr. kaltes Wasser
Paprika-Gewürzcreme-Platte
80 g Butter
800 g Paprika-Gewürzcreme
10 g Xanthan-Gel
Pak-Choi-Streifen
100 g brauner Zucker 60 g Salz
30 g Ingwer, gerieben Abrieb von 2 Limetten 250 ml Limettensaft
6 Pak Choi
Rinderbooster
1 kg Rinderoberschale Salz
80 g Sonnenblumenöl
Alte-Kuh-Dashi (Gastro-Grundrezept)
10 große Blätter Kombu-Alge
10 kg Parüren vom 8 Jahre alten Herefordrind
2 kg Zwiebeln
2 kg Karotten, grob geschnitten
2 kg Knollensellerie, grob geschnitten
1 kg Staudensellerie, grob geschnitten
2 Knollen Knoblauch, halbiert
250 g getrocknete Shiitakepilze
100 g Senfkörner
100 g schwarze Pfefferkörner
50 g Wacholderbeeren
50 g Pimentkörner
10 Lorbeerblätter
500 ml Sojasauce
1 Bund Blattpetersilie
½ Bund Thymian
1/4v Bund Liebstöckel
Salz
Gulasch-Dashi
Schritt 1: Ansatz
750 g weiße Zwiebeln
750 g rote Paprika
2 EL Sonnenblumenöl
Schritt 2: Ziehen
2 l kalte Alte-Kuh-Dashi
4 Strauchtomaten, grob geschnitten
½ EL edelsüßes Paprikapulver
Schritt 3: Fertigstellung
Schale von 1 Zitrone, in Streifen
½ Bund Blattpetersilie
¼ Bund Thymian 2 Knoblauchzehen
Korianderöl
50 g Blattpetersilie
50 g Koriandergrün
250 g Sonnenblumenöl
Tomatenöl
500 g reife Kirschtomaten, halbiert
500 g Sonnenblumenöl
5 g Salz
1 Zweig Rosmarin
1 Zweig Thymian
Gulasch-Dashi-Vinaigrette
1 l Gulasch-Dashi
100 g Xanthan-Gel
25 ml Zitronensaft
10 ml Yuzusaft (Tropenhaus Klein Eden)
50 ml Sojasauce (z.B. Papa Mame – Blend 1)
20 ml Tomatenöl
Safran-Joghurt-Gel
Schritt 1: Molkesud
500 g Milch
100 g Joghurt (3,5 % Fett)
10 g Zitronensaft
Schritt 2: Safran-Molke-Gel
0,6 g Safranfäden
500 g Molkesud (aus Schritt 1)
6 g Meersalz
7,5 g Agar-Agar
20 g Zitronensaft
Schritt 3: Safran-Joghurt-Gel
400 g Joghurt (10 % Fett)
200 g Safran-Molke-Gel (aus Schritt 2)
Essigsud
1 Ltr. Weißwein
1 Ltr. Wasser
1,5 Ltr. weißer Balsamico
500 ml Weißweinessig
1 kg Zucker
100 g Salz
200 g Staudensellerie
20 g Senfkörner
20 g Wacholderbeeren
20 g Pimentkörner
50 g weiße Pfefferkörner
Abrieb von 3 Zitronen
Eingelegte Bärlauchknospen
100 g Bärlauchknospen
80 g Salz
250 ml Essigsud
Sriracha
Schritt 1: Fementieren
1 kg Glockenchilis
60 g Meersalz
Schritt 2: Fertigstellung
4 Knoblauchzehen
60 g brauner Zucker
20 g weißer Zucker
240 g Weißweinessig
Anrichten
1 Prise schwarzer Sesam, geröstet
Steinpetersilie
Meersalz
Je eine gefrorene Paprika-Gewürzcreme-Platte mittig in tiefe Teller legen und antauen lassen. 1 Löffel eingelegte Pak-Choi-Streifen darauf verteilen und mit schwarzem Sesam bestreuen. 3 Scheiben
„Alte Kuh“-Rücken darauf anrichten,
je mit 1 Prise Rinderbooster würzen und je 3 Tupfen Safran-Joghurt-Gel und Sriracha dazwischensetzen. Je 3 eingelegte Bärlauchknospen und 3 Zweige Petersilie in den Zwischenräumen verteilen und mit 1 kleinen Prise Meersalz bestreuen. Beim Servieren etwas Gulasch-Dashi angießen und mit einigen Tropfen Korianderöl beträufeln.
Zubereitung:
Für den Rinderschmorfond das Fleisch auf tiefe Bleche verteilen und im Konvektomat bei 180° Umluft 1 Stunde rösten. Herausnehmen, etwas abkühlen lassen und ausgetretenes Fett abgießen. Das geschnittene Gemüse in einem großen Topf im Öl kräftig rösten. Geröstetes Fleisch und Tomatenmark zufügen und kurz mitbraten. Dann abwechselnd je zweimal mit der Hälfte des Rotweins und mit der Hälfte des Portweins ablöschen und jeweils vollständig einkochen lassen. Die Gewürze zugeben und mit Dashi vollständig bedeckt auffüllen. Aufkochen und zugedeckt bei schwacher Hitze 3 Stunden köcheln lassen. Danach die Kräuter zugeben und alles weitere 30 Minuten ziehen lassen. Nochmals aufkochen, durch ein Mikrosieb passieren und den Sud um ein Drittel reduzieren.
Für den Rinderschmorgel den Schmorsud in einem Topf aufkochen. Agar-Agar einrühren und unter ständigem Rühren mindestens 2 Minuten kochen lassen. In einen Behälter umfüllen, in der Kühlung abkühlen und erstarren lassen. Im Thermomix cremig mixen.
Für die Marinade den Schmorgel und Sojasauce kalt mit einem Schneebesen verrühren. In ein Schraubglas füllen und bis zum Anrichten gekühlt lagern.
Für die Grundbeize Wasser und Salz in einem Topf aufkochen. Danach vollständig auskühlen lassen.
Für den Alte-Kuh-Rücken das Fleisch mit der Aufschnittmaschine (Stufe 5) in dünne Scheiben schneiden. Diese dritteln, auf einem Blech ausbreiten und im Abstand von 5 Minuten zweimal mit der Grundbeize bestreichen. Die Scheiben gut mit Frischhaltefolie abdecken und 5 Stunden ziehen lassen. Danach mit der Rindermarinade bestreichen, mit Salzflocken bestreuen und locker aufrollen.
Für das Knoblauchöl alle Zutaten in ein Gefäß geben und im Konvektomat bei 120° etwa 1 Stunde confieren. Herausnehmen und vollständig auskühlen lassen. Danach passieren und in ein steriles Glas füllen. TIPP: die Knoblauchzehen nicht wegwerfen, sondern fein mixen und vakuumieren oder in ein steriles Glas füllen und verschließen. Gekühlt lagern.
Für die geräucherte Paprikacreme zunächst Paprika vierteln und entkernen, Schalotten schälen. Beides in grobe Würfel schneiden und in einem Topf im Öl goldgelb anbraten. Dann im Topf (oder in einem tiefen GN-Behälter) im Konvektomat bei 140° 60% Dampf offen 1 Stunde schmoren. Durchrühren, die Temperatur auf 110° 60% Dampf reduzieren und den Ansatz zugedeckt weitere 90 Minuten schmoren. Den Konvektomat ausschalten und den Deckel abnehmen. Für Schritt 2 Weidenholz und Holz im Verhältnis 1:1 in einem kleinen GN-Behälter mischen und anzünden. Den Behälter zu den Paprika-Schalotten in den Garraum stellen, Türe schließen und das Gemüse 15 Minuten räuchern. Die geräucherten Paprika-Schalotten mit den restlichen Zutaten im Thermomix mindestens 5 Minuten fein mixen. Die Creme mit Salz abschmecken und durch ein feines Sieb streichen.
Für die Paprika-Gewürzcreme alle Zutaten miteinander mixen.
Für das Xanthan-Gel beide Zutaten mit dem Pürierstab zu einem klaren, gallertartigen Gel mixen. Das Gel in ein steriles Glas füllen, verschließen und gekühlt lagern.
Für die Paprika-Gewürzcreme-Platte die Butter langsam nussig bräunen. Die Nussbutter unter die Paprika-Gewürzcreme heben, Xanthan-Gel zugeben und alles im Thermomix bis zu einer Temperatur von 50° aufmixen. Die Creme zwischen zwei Bögen Konditorfolie (Tortenrandfolie) mit einem Nudelholz vorsichtig 3 mm dick ausrollen und tiefkühlen. Mit einem Ausstecher (Ø 6 cm) Platten ausstechen und bis zum Anrichten gefroren lagern.
Für die Pak-Choi-Streifen 2 Liter Wasser, Zucker und Salz in einem Topf aufkochen. Vom Herd nehmen, Ingwer, Limettenabrieb und -saft zugeben und den Sud abkühlen lassen. Pak Choi gegen die Faser in dünne Streifen schneiden und mit dem abgekühlten Sud vakuumieren.
Für den Rinderbooster die Oberschale in grobe Stücke schneiden, durch die grobe Scheibe des Fleischwolfs drehen und salzen. In einer Pfanne im Öl bei starker Hitze stark anbraten. Danach flach auf Backbleche verteilen und im Konvektomat bei 220° Umluft 5 Minuten rösten. Gut durchmischen und bei 180° weitere 15 Minuten rösten. Erneut durchmischen und bei 150° und nochmals 15 Minuten rösten. Das überschüssige Fett in einem feinen Sieb gut abtropfen lassen. Das geröstete Fleisch auf großzügig mit Küchenpapier belegten Backblechen verteilen und im Rechaud bei 75° etwa 24 Stunden vollständig nachtrocknen und entfetten. Dabei das Küchenpapier mehrmals wechseln, bis kein Fett mehr austritt. Das Fleisch abkühlen lassen, dann im Thermomix zu feinem Pulver mixen. Erneut auf mit Küchenpapier belegten Backblechen verteilen und nochmals bei 75° nachtrocknen. Wieder abkühlen lassen, nochmals kalt mixen und fest verschlossen in Schraubgläsern lagern.
Für die Alte-Kuh-Dashi die Algenblätter vorsichtig mit einem Tuch abwischen, in einem großen Topf mit 30 Liter kaltem Wasser übergießen und 6 bis 8 Stunden quellen lassen. Die Parüren in 1/1-GN-Einsätzen im Konvektomat bei 180° Umluft 45 Minuten rösten. Die Temperatur auf 150° reduzieren und 30 Minuten weiterrösten. Die Parüren herausnehmen und überschüssiges Fett abgießen. Die Zwiebeln halbieren und die Schnittflächen in einer heißen Pfanne ohne Fett dunkel rösten. Dann mit grob geschnittenem Gemüse, Knoblauch und gerösteten Parüren zu den Algen geben. Langsam aufkochen und bei schwacher Hitze 25 bis 30 Minuten simmern lassen. Die Algen entfernen, Shiitakepilze und Gewürze zugeben und alles zugedeckt bei 90° 10 bis 12 Stunden ziehen lassen. Danach Sojasauce und Kräuter zugeben, kurz aufkochen und 30 Minuten ziehen lassen. Die Dashi durch ein Tuch passieren und evtl. mit Salz abschmecken.
Für die Gulasch-Dashi die Zwiebeln schälen und in grobe Würfel schneiden. Die Paprika vierteln, entkernen und in grobe Stücke schneiden. Zwiebeln und Paprika in einem großen Topf im Öl langsam hellbraun anrösten. Mit 1 großen Schuss Wasser ablöschen, reduzieren und weiterrösten. Danach den Bratensatz erneut ablöschen und nochmals reduzieren lassen, bis der Ansatz wieder zu rösten beginnt. Im Schritt 2 den Ansatz (aus Schritt 1) mit der Dashi auffüllen, Tomaten und Paprikapulver zugeben. Langsam aufkochen, dann zugedeckt bei 90° 4 Stunden ziehen lassen. Abschließend Zitronenschale, Kräuter und Knoblauch zur Dashi geben und offen weitere 30 Minuten ziehen lassen. Danach durch ein Tuch passieren und dabei vollständig ausdrücken.
Für das Korianderöl die Kräuter grob schneiden. Mit dem Öl im Thermomix auf 60° erwärmen, dann rasch fein mixen. Die Mischung in ein Passiertuch füllen, mit Küchengarn zusammenbinden und über einer Schüssel langsam abtropfen lassen. Das Korianderöl in ein Schraubglas füllen, fest verschließen und bis zum Anrichten gekühlt aufbewahren.
Für das Tomatenöl die Tomatenhälften auf einem Blech im Konvektomat bei 140° Umluft 20 Minuten trocknen. Danach im Rechaud oder Hold-o-mat bei 60° weitere 12 Stunden trocknen. Die getrockneten Tomaten, das Öl und das Salz im Thermomix langsam auf 80° mixen. Die Kräuter zugeben, einmal kurz schnell mixen und durch ein Tuch passieren. Das Tomatenöl in sterile Einmachgläser füllen, verschließen und im Konvektomat bei 90° 30 Minuten dämpfen. Herausnehmen, abkühlen lassen und gekühlt lagern.
Für die Gulasch-Dashi-Vinaigrette alle Zutaten kalt mit einem Schneebesen verrühren.
Für das Safran-Joghurt-Gel zunächst alle Zutaten aus Schritt 1 in einem Topf aufkochen. Vom Herd nehmen und 10 Minuten ruhen lassen. Danach durch ein feines Tuch passieren und dabei vollständig ausdrücken. Danach den Safran in den warmen Molkesud geben und 1 Stunde ziehen lassen. Dann durch ein Mikrosieb passieren und mit dem Meersalz in einem Topf aufkochen. Agar-Agar einrühren und unter ständigem Rühren mindestens 2 Minuten kochen lassen. In einen Behälter umfüllen, im Kühlschrank abkühlen und erstarren lassen. Mit dem Zitronensaft im Thermomix cremig mixen. Zur Fertigstellung den Joghurt unter das Safran-Molke-Gel heben.
Für den Essigsud alle Zutaten, bis auf den Zitronenabrieb, aufkochen und 15 Minuten simmern lassen. Vom Herd nehmen, den Zitronenabrieb zugeben und abgedeckt im Kühlschrank auskühlen lassen. Den Sud danach durch ein Tuch passieren und in saubere Gläser füllen.
Die Bärlauchknospen putzen, mit Salz vermischen und in ein Glas füllen. Luftdicht verschließen und 3 Wochen gekühlt reifen lassen. Die Knospen danach unter fließendem Wasser abwaschen, gut abtropfen lassen und in ein steriles Einmachglas füllen. Mit dem kochenden Essigsud vollständig auffüllen, verschließen und im Konvektomat bei 99° 5 Minuten dämpfen. Das Glas herausnehmen, bei Raumtemperatur abkühlen lassen und gekühlt lagern.
Für die Sriracha die Chilis zerkleinern und in ein Einmachglas füllen. Das Meersalz in 950 g Wasser auflösen und die Chilis damit vollständig bedecken. Das Glas verschließen und die Chilis bei 21° 2 Wochen fermentieren. Dabei das Glas jeden zweiten Tag entlüften, die austretenden Dämpfe jedoch nicht einatmen. Im Schritt 2 die fermentierten Chilis mit allen Zutaten aufkochen und 10 Minuten köcheln lassen. Danach etwas abkühlen lassen, fein mixen und passieren. Die Sauce sofort verwenden oder in sterile Flaschen füllen und im Konvektomat bei 95° etwa 25 Minuten dämpfen. HINWEIS: Bei der Verarbeitung der Chilis unbedingt Einmalhandschuhe tragen. Achtung: die Sauce ist wirklich HOT!
Zum Anrichten je eine gefrorene Paprika-Gewürzcreme-Platte mittig in tiefe Teller legen und antauen lassen. 1 Löffel eingelegte Pak-Choi-Streifen darauf verteilen und mit schwarzem Sesam bestreuen. 3 Scheiben „Alte Kuh“-Rücken darauf anrichten, je mit 1 Prise Rinderbooster würzen und je 3 Tupfen Safran-Joghurt-Gel und Sriracha dazwischensetzen. Je 3 eingelegte Bärlauchknospen und 3 Zweige Petersilie in den Zwischenräumen verteilen und mit 1 kleinen Prise Meersalz bestreuen. Beim Servieren etwas Gulasch-Dashi angießen und mit einigen Tropfen Korianderöl beträufeln.
INFO: GN-Behälter sind Gastrobehälter aus Edelstahl.
Im fränkischen Wirsberg geschieht ein kleines kulinarisches Wunder. Unter dem Motto #grenzenloseHEIMAT zaubern Alexander Herrmann und Tobias Bätz unvergleichliche Kreationen auf die Teller ihres zweifach besternten Restaurants AURA, indem sie sich uralter Techniken bedienen. Dabei greifen sie mithilfe des hauseigenen Foodscouts Joshi Osswald auf Lebensmittel von mehr als 80 regionalen Lieferanten zurück. Um mit diesen außergewöhnlichen Produkten auch saisonunabhängig arbeiten zu können, veredeln die Spitzenköche einen Großteil davon direkt nach deren Bezug im hauseigenen Future Lab ANIMA. Erst im zweiten Schritt kommen die Produkte in der Küche des Restaurants AURA erneut zum Einsatz. Fast 80 Prozent der Produkte, die den Gästen serviert werden, wurden schon einmal verarbeitet – also fermentiert, eingelegt, getrocknet oder Ähnliches. Insgesamt lagern etwa 150 verschiedene Lebensmittel im ANIMA. Und genau aus diesen kreieren Herrmann und Bätz in einem über mehrere Wochen dauernden Prozess das Menü. Dafür stellen sie sich zunächst die Frage, was sie mit einem Gericht ausdrücken wollen. Also welche Aura es haben soll. Anschließend legen sie auf Basis der vorhandenen Lebensmittel ein Geschmacksmuster fest und besprechen dieses mit der Küche, die es in ein Gericht übersetzt. Sobald dieses fertig, verkosten Herrmann und Bätz das Ergebnis ihrer ursprünglichen Idee und geben Feedback. Erst wenn dieses dann umgesetzt wird, ist das Gemeinschaftswerk perfekt. In ihrem Buch „AURA & ANIMA“ zeigen sie auf, wie aufwändig ihre herausragenden Kreationen sind und welche wunderbaren Gerichte daraus entstehen.
© Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von Posthotel Alexander Herrmann




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